Ab Januar werde ich endlich ...

Die guten Vorsätze zum neuen Jahr! Sie können Menschen zu ihren Wünschen führen und wachsen lassen. Nicht selten sind sie aber zum Lachen. Vor allem wenn die Ziele unrealistisch sind oder übertrieben ehrgeizig wirken - und deshalb wohl eher fallengelassen werden. Doch es kann auch anders kommen.

... die notwendigen 30 Kilo abnehmen. Ich werde nichts Süßes mehr essen und mir den Wecker auf fünf Uhr stellen, um selbst bei Hagel und Schneesturm jeden Tag vor der Arbeit zu joggen.

... meine Karriere richtig voranbringen. Ich werde der Firma jede Woche mindestens zehn Überstunden schenken, abends an der Fern-Uni meinen Master machen und am Wochenende zusätzliche Arbeit mit nach Hause nehmen.

... aufhören, so paranoid zu sein. Ich werde nicht mehr nachts aufstehen, um nachzusehen, ob die Tür wirklich abgesperrt ist. Außerdem schwärze ich keine Leute mehr an, nur weil mir so ein Gefühl sagt, sie wären kriminell.

... beweisen, dass man mir sogar ein Neugeborenes anvertrauen kann. Ich werde das Kleine füttern, waschen und in den Park führen. Wenn nötig werde ich klein Waldi sogar entlausen, und falls er krank werden sollte, zum Tierarzt bringen.

... einen Investor für meine neue Geschäftsidee finden. Dafür bin ich bereit, jede Klinke gleich mehrfach zu putzen. Fachkenntnisse und diesen ganzen Business-Kram gleiche ich mit meiner Kreativität aus.

... von daheim ausziehen und erfahren, wie es ist, alleine zu leben. Ich lasse mich auch nicht davon aufhalten, dass ich kein richtiges Einkommen habe und nur günstige Wohnungen in der gewohnten Citylage infrage kommen.

... beweisen, dass ich Verantwortung übernehmen kann und dass auf mich Verlass ist. Es wird mir gelingen, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und auch mal Dinge zu tun, auf die ich eigentlich keinen Bock habe.

... aufhören, ein Hochstapler zu sein. Ich will nicht mehr den Eindruck erwecken, Millionen auf dem Konto zu haben. Auch nehme ich mir fest vor, den gefälschten Ausweis wegzuwerfen, der mir einen Grafentitel verpasst.

... mit dem Sparen beginnen. Shoppingtouren fallen dann ebenso flach wie ein ausschweifendes Nightlife. Man kann beim Ausgehen schließlich auch nüchtern und in abgetragenen Klamotten Spaß haben.

... einen Partner finden. Dabei ist es mir egal, wie viele Abfuhren ich dafür kassiere oder wie viele Blößen ich mir geben muss. Anstatt weiter so schüchtern zu sein, werde ich offen auf fremde Leute zugehen und ständig Gespräche suchen.

... mit den Plänen für meine Auswanderung beginnen. Dass ich dann ganz alleine in einem fremden Land lebe, stört mich nicht. Auch nicht, dass ich die Sprache erst lernen muss und schnellstens einen Job brauche.

... ein ruhiger und freundlicher Mensch sein. Mit etwas Selbstbeherrschung müsste es mir eigentlich gelingen, nicht mehr bei jeder Kleinigkeit auszurasten. Auch kann ich doch sicher verhindern, dass mir ständig wüste Beleidigungen entfahren.