Am 31. Dezember bleibe ich daheim, weil ...

Silvester ist Ausgehen Pflicht! Das sagen zumindest viele Leute. Doch es gibt jede Menge guter Gründe, daheimzubleiben und das ganze Geschehen zu ignorieren. Auch wenn ein paar davon nur ironisch gemeint sind.

... der nächtliche Himmel brennt und ständig etwas explodiert. Da tobt ein Krieg! Wirklich kein Bock, von einer Rakete getroffen zu werden oder auf einen Blindgänger zu treten.

... weil es inzwischen allen Leuten, die mich kennen, zu peinlich ist, mit mir auszugehen. Und ich verstehe sie. Sobald ich etwas intus habe, bin ich nämlich nicht mehr stubenrein.

... ich darüber nachdenken möchte, welche Erfolge ich im zurückliegenden Jahr erzielt habe. Meist werde ich dann betrübt und schaukel mich weinend in den Schlaf. Das geht alleine am besten.

... ich inzwischen liiert bin. Wozu also noch ausgehen? Und auch noch mit dem Partner! Du gehst ja auch nicht in eine Kneipe und bringst dein eigenes Bier mit. Da gibt es nichts zu gewinnen, außer dass es dir noch jemand wegtrinkt.

... jede Silvesternacht für mich ein Albtraum war. Das muss etwas mit meinem Karma zu tun haben. Filmrisse, Unsummen an Geld abgehoben, Ausnüchterungszellen, Gerichtsverhandlungen. Und es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer.

... ich keine Lust habe, beim Ausgehen den dreifachen Preis für alles zu zahlen. Lieber hol ich das Ganze ein paar Wochen später nach, in einem Laden mit Happy Hour und All-you-can-eat-Buffet.

... ich mir in fast allen Kneipen vor Ort Hausverbot eingehandelt habe. Und die zwei Schuppen, in die sie mich noch reinlassen, sind selbst mir zu assig.

... mein Geld immer nur bis zur Mitte des Monats reicht. Und die neue Kohle erst am Zweiten oder Dritten da ist. Da stehen nicht viele Möglichkeiten offen.

... mir dieser Druck, irgendetwas Aufregendes unternehmen zu müssen, einfach auf die Nerven geht. Dann lieber meine Pfeife, paar Tassen Tee und ein gutes Buch.

... ich mit meinen beiden engsten Freunden so feiern werde, wie in unserer Jugendzeit. Wir haben sogar unser Lieblings-Rollenspiel von damals aufgetrieben, einschließlich der alten Würfel und Figuren.

... an Silvester alle Leute unterwegs sind und die Chancen gar nicht so schlecht stehen, ihnen zu begegnen. Leider musste ich schon zu vielen versprechen, mich nie wieder in dieser Stadt blicken zu lassen.

... da so eine Unsitte besteht, böse Geister und Dämonen mit lauten Knallern und explodierendem Feuerwerk zu vertreiben. Das Problem: Sie vertreiben damit MICH!